Kirchliche Kunst und Kulturgeschichte im Diözesanmuseum

Das Diözesanmuseum auf dem Freisinger Domberg möchte die Besucherinnen und Besucher mit kunst- und kulturgeschichtlichen Ausstellungen im Spannungsfeld von Glauben, Kunst und Gesellschaft inspirieren.

Der Sammlungsbestand des Diözesanmuseums umfasst ca. 50.000 Objekte aus allen Bereichen kirchlicher Kunst und Kultur. Es gehört weltweit zu den größten religionsgeschichtlichen Museen. Schwerpunkte sind die spätmittelalterliche kirchliche Kunst Altbayerns, Schwabens und des Alpenraums sowie kunsthistorisch bedeutende Werke des süddeutschen Barocks und Rokoko, aber auch Artefakte aus dem Bereich der Liturgie, der Volksfrömmigkeit, des Wallfahrtswesens und der Klosterkultur. Ein weiterer Sammlungsbereich bilden rund 2.900 Objekte der frühchristlichen und byzantinischen Kunst und Kultur, anhand derer die Ursprünge christlicher Kunst und Liturgie in einem eigenen Ausstellungsbereich veranschaulicht werden können.

Lassen Sie sich anregen und beseelen von meisterlichen Werken

Die Schausammlung präsentiert christliche Kunst aus zwei Jahrtausenden, von frühchristlichen Werken bis hin zu zeitgenössischen Positionen des 21. Jahrhunderts. Neben Künstlern der bayerischen Spätgotik des 15. Jahrhunderts, wie Erasmus Grasser, Jan Polack und Gabriel Angler, sind auch der große Lucas Cranach und viele Meister des Barock und Rokoko, wie Ignaz Günther, Johann Baptist Straub und die Gebrüder Asam, vertreten.

Zeitgenössische Kunst

Auch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler haben im Diözesanmuseum ihren festen Platz und sorgen für Offenheit nach allen Seiten.

Der US-amerikanische Installationskünstler James Turrell hat in der ehemaligen Hauskapelle einen Lichtraum kreiert: „A CHAPEL FOR LUKE and his scribe Lucius the Cyrene“, eine raumübergreifende Lichtinstallation in Form eines Ganzfeldes. Dabei verschmelzen alle architektonischen Merkmale – Licht, Farbe und Raum – zu einer Einheit, wodurch das Phänomen des vollkommenen Verlusts der Tiefenwahrnehmung erzeugt wird. Die Installation ist täglich von 10 bis 11.30 Uhr und 14.30 bis 16 Uhr begehbar - wegen des hohen Besucherandrangs bitte gegebenenfalls längere Wartezeiten einplanen. Hinweis: Wegen einer Veranstaltung ist die Lichtinstallation nicht begehbar am 13.9.2026 (nachmittags).
#TURRELLANDYOU  - Buchen Sie den Lichtraum 30 Minuten lang für 50 Euro für sich alleine oder in der Gruppe. Anfragen und Buchung unter kunstvermittlung@dimu-freising.de .

Die belgische Bildhauerin Berlinde De Bruyckere schuf die überlebensgroße Bronzeskulptur ARCANGELO für den Lichthof des DIMU. Der für seine Langzeitbelichtungen bekannte Fotograf Michael Wesely zeigt in seinen beiden Arbeiten die Transformation des Museums, in dem er das Museumsteam kurz nach der Schließung und kurz vor der Wiedereröffnung zu einem Gesicht verschmelzen ließ.

Die amerikanische Künstlerin Kiki Smith hat einen kleinen Sakralraum im Außenbereich des Museums gestaltet. Die von ihr in Zusammenarbeit mit Brückner & Brückner entworfene Kapelle auf der Westterrasse des trägt den Titel „Mary's Mantle “ (mehr Informationen und Fotos weiter unten auf der Seite).

Mit Anselm Kiefer ist ein weiterer Höchstkaräter der zeitgenössischen Kunst auf dem Domberg vertreten mit seinen Frauenfiguren „Sappho“ (auf der Wiese gegenüber des Kanzlerbogens, gleich neben der Benedikt-Linde) und „Ave Maria Turris Eburnea“ (am Ende des Südwegs, wenn man aus der Dombergbahn tritt auf der linken Seite). Die dritte Figur „Maria Mater Dolorosa“ folgt voraussichtlich Mitte September 2026.

Aktuelle Ausstellungen

Das Diözesanmuseum begeistert mit seinen vielfältigen und exzellten Sonderausstellungen.

Auf der Seite "Unsere Tipps" können Sie sich über die laufenden Sonderausstellungen informieren.

Einblicke in die Schausammlung

Kiki Smith: Mary’s Mantle Chapel

An der Nordwestecke des Diözesanmuseums ist ein besonderes Kunstwerk entstanden: The Chapel of Mary’s Mantle. Die Kapelle wurde von der amerikanischen Künstlerin Kiki Smith in Zusammenarbeit mit Brückner & Brückner Architekten gestaltet. Der Schutzmantelmadonna gewidmet, ist sie ein wunderbarer Ort der Kontemplation geworden, ein Raum der Stille und der Zuflucht.

Anselm Kiefer

Ohne Kopf, ohne Arme: Und doch voller Kraft stehen sie da, die zwei Frauenfiguren, die von nun an auf dem Domberg Freising zu sehen sind. Geschaffen von Anselm Kiefer – nach James Turrell, Berlinde de Bruyckere und Kiki Smith ein weiterer Höchstkaräter der zeitgenössischen Kunst. „Sappho“ (2020-2024) und „Ave Maria Turris Eburnea“ (2018) stehen bereits auf dem Domberg. „Maria Mater Dolorosa“ (2019) folgt voraussichtlich Mitte September 2026.

Die „Sappho“, Anselm Kiefers Interpretation der antiken griechischen Lyrikerin Sappho, auf der Anhöhe gleich bei der Benedikt-Linde, gegenüber dem Kanzlerbogen, dient Kiefer als Sprachrohr für die oft überhörten weiblichen Stimmen der Vergangenheit. Einen seiner berühmten Bücherstapel aus Blei hat der Künstler ihr aufgesetzt. Das Material ist im wahrsten Sinne bleischwer, doch die einzelnen Blätter sind visuell von einer Zartheit – hier zeigt sich die Dualität, die Kiefer in allen Figuren aufscheinen lässt. Zwischen Stärke und Verletzlichkeit, ungeheurer Kraft und ständiger Bedrohung.
„Ave Maria Turris Eburnea“, die zweite Frau, verbindet das katholische Ave Maria mit der Anrufung Mariens in der Lauretanischen Litanei als „Turris Eburnea“ (lat. Turm aus Elfenbein) und steht mehr als Symbol für die Reinheit, Schönheit und Unversehrtheit Mariens denn für Maria selbst. Ein Idealzustand: fragil, unerreichbar – letztlich ein utopischer Idealentwurf.