Barocke Pracht im Dom zu Freising

Wer den Dom besucht, findet sich in einem magischen Kraftort wieder

Von außen sind es die unverwechselbaren Türme des Freisinger Mariendoms, die den Gläubigen Mahnmal und Hoffnung sind. Im Inneren empfängt die Besucher eine einzigartige Bild- und Raumkunst. Lassen Sie sich beeindrucken vom filigranen Stuckwerk der Gebrüder Asam, vom Hochaltar mit dem Marienmotiv von Peter Paul Rubens, von der meisterlichen Schnitzkunst des gotischen Chorgestühls.

Treten Sie ein und lassen Sie sich zunächst in die Entstehungszeit des Bauwerks zurückversetzen.

Das Rundbogenportal am Eingang zeugt vom romanischen Ursprung der Kirche – und es zeigt ein ungewöhnliches Figurenprogramm: links Kaiser Friedrich Barbarossa und rechts seine Gemahlin Beatrix. Es war der Kaiser selbst, der seine Hand schützend über Freising hielt, als Heinrich der Löwe mit einem Trick die einträglichen Zolleinnahmen des Fürstbistums an der Isarbrücke zu Oberföhring in seinen Besitz brachte – und er förderte den Neubau der Basilika. Denn der heutige Dom wurde erst im 9. Jahrhundert errichtet, vorher befand sich an seiner Stelle seit dem frühen 8. Jahrhundert eine Marienkirche. Ein verheerender Brand ließ 1159 den Dom und die Stadt in Schutt und Asche sinken.

An dem größeren Nachfolgerbau haben alle Stilepochen seit dem hohen Mittelalter mitgewirkt. Die namhaftesten Künstler wurden seinerzeit verpflichtet: Peter Paul Rubens schuf das Hochaltarbild "Das apokalyptische Weib", ein gewaltiger Sturm von Farbe und Bewegung, das heute durch eine Kopie ersetzt ist (Original in der Alten Pinakothek in München). Zur Tausendjahrfeier des Bistums 1724 wurde das Gotteshaus mit Stuck und Fresken neu ausgekleidet – und dafür verpflichtete man keine geringeren als die damals berühmtesten Repräsentanten altbayerischer Kirchenkunst, die Gebrüder Asam. Sie gaben dem Kirchenschiff sein glanzvolles, barockes Festkleid.

Folgen Sie nun den Stufen unter dem Altarraum  hinunter in eine vergangene Zeit, weg vom funkelnden Gold und lichten Farben.

In der Krypta scheint die Welt den Atem anzuhalten

In diesem Raumkunstwerk aus dem 12. Jahrhundert befindet sich das geistliche Zentrum des Mariendoms. In einem kostbaren Schrein, der auf einem mächtigen Steinsarkophag steht, ruhen die Gebeine des Bistumsgründers Korbinian. Gestalterischer Höhepunkt und für Mitteleuropa einzigartige Besonderheit ist die geheimnisvolle Bestiensäule: Etwa 1160 von einem unbekannten Steinmetz errichtet, zeigt sie unter anderem Ritter, die mit Drachen ringen – Symbol für den Kampf des Guten gegen das Böse?