Sonderausstellung im Diözesanmuseum

Zur Wiedereröffnung präsentiert das Diözesanmuseum die Sonderausstellung
Zur Wiedereröffnung präsentiert das Diözesanmuseum die Sonderausstellung "Tanz auf dem Vulkan". (Foto: Stadt Freising)

Als erste Sonderausstellung präsentiert das am 2. Oktober wiedereröffnete Diözesanmuseum die Schau "Tanz auf dem Vulkan" zum Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach Christus. Dabei geht es um die Frage, wie Menschen mit einer Bedrohung umgehen, die sie nicht im Griff haben.

Der Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach Christus mit der Zerstörung der blühenden Städte Pompeji und Herculaneum war eines der großen Traumata der abendländischen Geschichte. Dieses Ereignis erschütterte das Selbstverständnis der römischen Zivilisation und offenbarte deren Verletzlichkeit angesichts einer nicht zu bändigenden Naturgewalt. Schon damals versuchten die Menschen, das Ereignis mythologisch oder auch naturwissenschaftlich zu erklären und zu deuten.

So wurden Erderschütterungen etwa als Kampf der Giganten oder als göttliche Strafe interpretiert. Opfer und Gebet sollten die aufgebrachten Götter versöhnen. Auch bei der nachfolgenden christlichen Bevölkerung führte die Bedrohung durch die entfesselten Naturkräfte zu religiösen Deutungsversuchen und Abwehrpraktiken. Mit den großen Ausbrüchen des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine erstaunliche und unvergleichliche Frömmigkeitskultur, deren einzigartige Bedeutung sich bis heute in einem der reichsten Kirchenschätze der Welt, dem Schatz des San Gennaro in Neapel manifestiert. Dieser zeichnet sich nicht nur durch den materiellen Wert, sondern auch durch seine kunsthistorische Bedeutung aus.

Die Aufklärung und das damit erwachende Interesse an den Naturwissenschaften führten dann im 18. Jahrhundert in der Vesuv-Region zu bahnbrechenden vulkanologischen Forschungen und mit der Errichtung des „Vesuv-Observatoriums“ 1845 zur weltweit ersten vulkanologischen Forschungsstation. Sie arbeitet bis heute als Teil der Katastrophenprävention. Für viele Neapolitaner steht die Wahrnehmung und Bewältigung der latent andauernden existentiellen Bedrohung durch den Vesuv und die terrestrischen Energien im Spannungsfeld von Religion und Wissenschaft. Neapel und der Vesuv stehen deshalb paradigmatisch für die Suche nach Erklärung, Sinn und Hoffnung angesichts unvorhersehbarer und unkontrollierbarer Bedrohungen durch die Natur.

Das Diözesanmuseum hat aus dem ungeheuer reichen Kirchenschatz von San Gennaro zahlreiche Leihgaben sowie Prozessionsfiguren bekommen, die diese Spannung zwischen natürlicher Bedrohung und Suche nach „übernatürlichem“ Schutz deutlich machen. Glücksfall: Zusätzlich wird ein Originalgemälde von Caravaggio präsentiert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr (Eintrittspreise siehe Webseite des Museums).

Informationen über das neue Diözesanmuseum finden Sie auch hier auf unserer Webseite.